Schwarze Flecken am Fensterrahmen ignoriert? Was in Ihrer Wohnung gerade passiert und wie Sie es noch heute stoppen

Feuchtigkeit an Fensterrahmen ist kein harmloses Schönheitsproblem. Kondenswasser und Schimmel verändern die Raumluftqualität, greifen die Oberflächen an und können langfristig sogar die Bausubstanz schädigen. In vielen Wohnungen zeigt sich dasselbe Muster: feuchte Ecken, schwarze Punkte an Silikondichtungen, ein leicht muffiger Geruch. Doch hinter diesen Anzeichen steht ein komplexes Zusammenspiel aus Bautechnik, Luftfeuchtigkeit und Hygieneverhalten, das sich mit gezielten Maßnahmen kontrollieren lässt.

Die Problematik beginnt oft schleichend. Zunächst erscheinen einzelne Wassertropfen an der Scheibe, die sich harmlos abwischen lassen. Doch mit der Zeit sammelt sich die Feuchtigkeit in Ecken und Fugen, wo sie nicht so leicht zu erreichen ist. Die Materialien bleiben dauerhaft feucht, und genau dort entsteht ein ideales Milieu für biologisches Wachstum. Was als kleiner dunkler Punkt beginnt, kann sich zu einem flächigen Befall ausweiten, der nicht nur optisch störend wirkt, sondern auch gesundheitliche Risiken mit sich bringt.

Viele Bewohner reagieren erst, wenn die Verfärbungen deutlich sichtbar werden oder wenn sich ein charakteristischer Geruch im Raum ausbreitet. Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Problem aber bereits etabliert und erfordert mehr als nur oberflächliche Reinigung. Die Sporen haben sich in porösen Materialien festgesetzt, die Feuchtigkeit ist tief eingedrungen, und die Bedingungen für weiteres Wachstum sind optimal.

Um Schimmel nachhaltig zu beseitigen und seine Rückkehr zu verhindern, reicht es nicht, nur zu putzen. Es geht um das Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeit, Temperatur und Luftzirkulation – und um die Wahl der richtigen Reinigungsmittel und Materialien, die das Fenster nicht beschädigen. Dabei spielen auch die spezifischen Eigenschaften verschiedener Rahmenmaterialien eine entscheidende Rolle, denn Kunststoff, Holz und Aluminium reagieren unterschiedlich auf Feuchtigkeit und erfordern jeweils angepasste Pflegestrategien.

Warum sich Schimmel an Fensterrahmen bildet – die physikalischen und biologischen Faktoren

Fensterrahmen sind thermisch sensible Bereiche. Sie liegen an der Schnittstelle zwischen warmer Innenluft und kalter Außenluft. Wenn Oberflächen dort zu kühl werden, kondensiert Feuchtigkeit: Der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf schlägt sich als Kondenswasser an der kältesten Stelle nieder – häufig dem unteren oder seitlichen Rand des Glases oder dem Übergang zum Rahmen.

Dieser Effekt folgt einem simplen thermodynamischen Prinzip: Kühlt Luft ab, kann sie weniger Feuchtigkeit speichern. Wird der sogenannte Taupunkt erreicht, verwandelt sich Wasserdampf in flüssige Tropfen. Laut Fachexperten der Fensterbranche tritt dieser Punkt bei Innentemperaturen von etwa 20 °C und 60 % relativer Luftfeuchtigkeit bereits bei Oberflächentemperaturen von rund 12 °C ein. Kunststoffrahmen, Aluminiumrahmen und auch Holzrahmen reagieren darauf unterschiedlich, doch der Mechanismus bleibt derselbe.

Die Kondensation ist dabei kein Zeichen minderwertiger Fenster, sondern ein physikalischer Prozess, der immer dann auftritt, wenn die Bedingungen stimmen. Moderne Fenster mit Mehrfachverglasung haben zwar deutlich bessere Isolierwerte als alte Einfachverglasungen, doch auch sie können betroffen sein, wenn die Raumluftfeuchtigkeit zu hoch ist oder die Luftzirkulation gestört wird. Besonders kritisch sind die Übergangsbereiche zwischen Glas und Rahmen sowie die unteren Ecken, wo sich kalte Luft sammelt und die Oberflächentemperatur am niedrigsten ist.

Wo dauerhaft Feuchtigkeit steht, entsteht ein Lebensraum für Mikroorganismen. Schimmelpilze benötigen kaum mehr als organische Partikel aus Hausstaub oder Pollen und etwas Feuchtigkeit, um zu wachsen. Besonders an Silikonfugen oder in Beschichtungen von Holzrahmen finden sie idealen Nährboden. Die Sporen sind überall in der Luft vorhanden und warten nur auf günstige Bedingungen, um zu keimen und sich auszubreiten.

Die Geschwindigkeit, mit der sich Schimmel entwickelt, hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Feuchtigkeit spielen auch die Temperatur und die Verfügbarkeit von Nährstoffen eine Rolle. Bei Raumtemperatur und ausreichend Feuchtigkeit kann sichtbares Wachstum bereits nach wenigen Tagen beginnen. Anfangs sind es nur vereinzelte Flecken, doch ohne Gegenmaßnahmen breitet sich der Befall schnell aus und erfasst größere Flächen.

Die gesundheitlichen und baulichen Folgen unterschätzter Schimmelbildung

Selbst begrenzte Schimmelflecken haben Auswirkungen über ihren sichtbaren Bereich hinaus. In feucht-warmen Mikromilieus bildet sich eine erhöhte Konzentration von Sporen, die sich im Raum verteilen können. Sie reizen Schleimhäute, fördern Allergien und beeinträchtigen das Atemsystem, insbesondere bei empfindlichen Personen oder Kindern. Fachleute für Gebäudeschäden weisen darauf hin, dass auch kleinere Schimmelbefälle nicht unterschätzt werden sollten, da die Sporenbelastung in geschlossenen Räumen schnell ansteigen kann.

Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen reagieren besonders sensibel auf erhöhte Sporenkonzentrationen. Auch gesunde Personen können bei längerer Exposition Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen entwickeln. Die Problematik wird dadurch verschärft, dass Schimmelsporen sehr klein und leicht sind – sie verteilen sich unsichtbar in der Raumluft und werden beim Atmen aufgenommen.

Baulich betrachtet wirkt Feuchtigkeit schrittweise destruktiv. Lackierte Holzrahmen verlieren Schutzschichten, Silikondichtungen werden porös, Metallbeschläge korrodieren. Kondenswasser dringt in Falze, sammelt sich hinter Dichtungen und kann Ausblühungen oder Materialverformungen verursachen. Wie von Experten der Baubranche festgestellt wurde, können bereits wenige Monate anhaltender Feuchtigkeitsbelastung zu messbaren Schäden an Fensterkonstruktionen führen.

Bei Holzfenstern ist die Gefahr besonders groß, da das Material organisch ist und bei dauerhafter Feuchtigkeit nicht nur Schimmel, sondern auch Fäulnis entwickeln kann. Die Holzstruktur wird aufgeweicht, verliert ihre Festigkeit und kann sich verformen. Bei Kunststoffrahmen zeigt sich die Schädigung meist an den Dichtungen und in Form von Verfärbungen, während bei Aluminiumrahmen vor allem die Beschläge und die Dichtungsebenen betroffen sind.

Das häufige Trocknen mit Tüchern mag momentane Tropfen entfernen, ändert aber nichts an der Ursache: der Feuchtigkeitsbilanz im Raum. Solange die grundlegenden Bedingungen nicht verändert werden, kehrt die Kondensation immer wieder zurück, und mit ihr die Gefahr neuer Schimmelbildung. Es entsteht ein Kreislauf aus Feuchtigkeit, Wachstum und Schädigung, der nur durch systematische Maßnahmen unterbrochen werden kann.

Wie man Schimmel an Fensterrahmen richtig entfernt – Schritt für Schritt mit wirksamen, materialschonenden Mitteln

Bevor chemische Reiniger zum Einsatz kommen, sollte die Fläche vorbereitet werden. Nur wenn die Ursache – das Wasserreservoir – beseitigt ist, kann eine Reinigung langfristig wirken. Die Vorbereitung ist entscheidend, denn unsachgemäßes Vorgehen kann dazu führen, dass Sporen aufgewirbelt und im Raum verteilt werden, was die Situation verschlimmert statt verbessert.

Trocknung der Zone

Wischen Sie die befallene Fläche mit einem saugfähigen, sauberen Tuch vollständig trocken. Vermeiden Sie grobe Schwämme, um den Pilz nicht zu zerreiben und Sporen weiter zu verbreiten. Ein weiches Mikrofasertuch ist ideal, da es Feuchtigkeit gut aufnimmt und gleichzeitig schonend zur Oberfläche ist. Entsorgen Sie das verwendete Tuch nach der Reinigung in einem verschlossenen Beutel, um eine Sporenverteilung zu vermeiden.

Schutzmaßnahmen

Tragen Sie Handschuhe und, falls möglich, eine Atemschutzmaske. Schimmelsporen sind mikroskopisch klein und können sich beim Wischen lösen. Auch wenn der Befall optisch begrenzt erscheint, können bereits beim Abwischen Millionen von Sporen freigesetzt werden. Eine einfache FFP2-Maske bietet ausreichenden Schutz für kleinere Reinigungsarbeiten. Bei größeren Befallsflächen sollten auch Schutzbrille und langärmelige Kleidung getragen werden.

Desinfizierende Reinigung

Für Kunststoff- und Aluminiumrahmen ist eine 70%ige Alkohol-Lösung (Isopropanol oder Ethanol) die effizienteste und schonendste Wahl. Chlorfreie Desinfektionsmittel auf Sauerstoffbasis sind Alternativen, wenn empfindliche Oberflächen oder Silikonfugen beteiligt sind. Wie von Fachbetrieben für Schimmelsanierung empfohlen wird, sollte die Einwirkzeit mindestens zehn Minuten betragen, damit die Wirkstoffe tief genug eindringen können und auch unterhalb der sichtbaren Oberfläche wirken.

Tragen Sie die Lösung großzügig auf die betroffenen Stellen auf und lassen Sie sie einwirken. Bei hartnäckigen Flecken kann eine zweite Anwendung notwendig sein. Wichtig ist, dass die gesamte befallene Fläche sowie ein Bereich von mindestens zehn Zentimetern um den sichtbaren Befall herum behandelt wird, da sich Pilzfäden oft weiter ausbreiten als sichtbar ist.

Mechanische Entfernung

Verwenden Sie bei Holzrahmen weiche Bürsten, die den Lack nicht verletzen. Bei Bedarf kann feines Schleifpapier eingesetzt und die Fläche anschließend neu versiegelt werden. Bei tief eingedrungenem Schimmel in Holz kann es notwendig sein, die oberste Schicht vorsichtig abzutragen. Nach dem Schleifen muss das Holz mit einer fungiziden Lasur oder Imprägnierung behandelt werden, um erneuten Befall zu verhindern.

Trocknungsphase

Nach der Reinigung muss das Material vollständig abtrocknen. Offene Fenster und eine leichte Luftbewegung durch Ventilatoren beschleunigen die Verdunstung. Die Trocknungszeit sollte mindestens 24 Stunden betragen, bevor weitere Maßnahmen wie das Auftragen von Schutzlasuren erfolgen. Eine unvollständige Trocknung würde die Wirksamkeit aller nachfolgenden Schritte beeinträchtigen.

Bei der Reinigung von Dichtungen darf kein normales Spülmittel verwendet werden. Es hinterlässt Rückstände, die die Haftung zukünftiger Schutzbeschichtungen beeinträchtigen. Auch ölige oder fetthaltige Reiniger sind ungeeignet, da sie einen Film auf der Oberfläche hinterlassen, der als Nährboden für neue Mikroorganismen dienen kann.

Essiglösungen sind nur bedingt geeignet: Sie töten zwar viele Pilzarten ab, können jedoch Silikone angreifen und Metallteile korrodieren lassen. Zudem neutralisiert sich Essig auf manchen Untergründen schnell und verliert seine Wirkung. Fachleute raten daher bei Fensterrahmen eher zu Alkohol-basierten Lösungen, die materialschonender und gleichzeitig wirksamer sind.

Wie Kondenswasser entsteht und welche alltäglichen Gewohnheiten es fördern

Feuchte Fenster sind oft Symptom eines unausgeglichenen Innenklimas. In einer 20 °C warmen Wohnung mit 60 % relativer Luftfeuchtigkeit bilden sich an Glasflächen unter 12 °C bereits erste Tröpfchen. Schon ein leicht verrücktes Möbelstück kann Luftzirkulation behindern, wodurch sich die Oberflächentemperatur senkt. Laut Analysen von Bauphysikern entstehen die meisten Kondensationsprobleme nicht durch defekte Fenster, sondern durch ungünstige Raumnutzung und Lüftungsgewohnheiten.

Aktivitäten wie Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen setzen pro Stunde mehrere hundert Milliliter Wasser in Form von Dampf frei. Ohne konsequente Belüftung steigt die Feuchtigkeit schnell über 70 %, was den Taupunkt weiter anhebt. Ein durchschnittlicher Haushalt mit vier Personen produziert täglich zwischen zehn und fünfzehn Liter Wasserdampf durch Atmung, Kochen, Duschen und andere Aktivitäten. Diese enorme Menge muss abgeführt werden, sonst kondensiert sie an den kältesten Stellen – typischerweise an Fenstern.

Auch Zimmerpflanzen tragen zur Luftfeuchtigkeit bei, besonders wenn sie reichlich gegossen werden oder in Untersetzern mit stehendem Wasser stehen. Aquarien, Zimmerbrunnen und sogar nasse Handtücher oder Wäsche in Wohnräumen erhöhen die Feuchtigkeitsbelastung zusätzlich. Viele dieser Quellen werden im Alltag nicht bewusst wahrgenommen, summieren sich aber zu einer erheblichen Feuchtigkeitsbelastung.

Zur Prävention von Kondenswasser sollte das Zusammenspiel aus Temperatur, Lüftung und Heizung bewusst gesteuert werden. Die Grundregel lautet: warme Luft bindet mehr Feuchtigkeit, daher ist richtiges Heizen ebenso wichtig wie Lüften. Wie von Experten für Gebäudetechnik empfohlen wird, sollte die Raumtemperatur auch bei Abwesenheit nicht unter 16 °C fallen, da sonst die Oberflächentemperaturen der Außenbauteile kritisch sinken und Kondensation begünstigt wird.

Ein weiterer oft übersehener Faktor ist die Außentemperatur. Je kälter es draußen ist, desto größer wird der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenseite des Fensters. An besonders kalten Wintertagen kann selbst bei optimaler Raumluftfeuchtigkeit Kondenswasser entstehen, wenn die Fenster nicht ausreichend isoliert sind. Hier zeigt sich die Qualität moderner Fenster mit Dreifachverglasung und wärmegedämmten Rahmen besonders deutlich.

Präventive Maßnahmen gegen Schimmelbildung an Fensterrahmen

Nachhaltige Vorbeugung entsteht nicht durch ein einzelnes Produkt, sondern durch mehrere abgestimmte Schritte. Sie betreffen sowohl die Baustruktur als auch das Verhalten der Bewohner. Eine ganzheitliche Strategie berücksichtigt alle Faktoren, die zur Feuchtigkeitsbildung beitragen, und setzt an mehreren Punkten gleichzeitig an.

Temperatur und Luftzirkulation stabilisieren

Fenster sollten keinen extremen Kältezonen ausgesetzt sein. Eine gleichmäßige Raumtemperatur von 19–21 °C verhindert das starke Abkühlen der Scheibe. Heizkörper vor Fenstern dürfen nicht vollständig mit Vorhängen oder Möbeln verdeckt werden. Die warme Luft muss ungehindert zur Fensterfläche aufsteigen können, um diese konstant über dem Taupunkt zu halten.

Lange, bodenlange Vorhänge, die direkt vor der Heizung hängen, sind besonders problematisch. Sie blockieren die warme Luft vollständig und schaffen hinter sich einen kalten Bereich, in dem die Feuchtigkeit optimal kondensieren kann. Besser sind kurze Gardinen oder Rollos, die ausreichend Abstand zur Heizung lassen. Auch schwere Doppelvorhänge sollten nachts nicht komplett zugezogen werden, wenn darunter ein Heizkörper steht.

Lüftung konsequent planen

Stoßlüften – 5 Minuten weit geöffnet, dreimal täglich – ist effektiver als dauerhafte Kipplüftung. Dabei entsteht ein Luftaustausch mit minimalem Wärmeverlust und maximaler Feuchtigkeitsabfuhr. Wie von Energieberatern und Baufachleuten betont wird, ist das Stoßlüften die effizienteste Methode, um Feuchtigkeit abzuführen, ohne die Wände auskühlen zu lassen. Die kalte, trockene Außenluft nimmt beim Erwärmen im Raum Feuchtigkeit auf und transportiert sie beim nächsten Lüften wieder nach draußen.

Besonders wichtig ist das Lüften nach Tätigkeiten, die viel Feuchtigkeit freisetzen: nach dem Duschen, beim Kochen (am besten mit geschlossener Küchentür), nach dem Wäschetrocknen und morgens nach dem Aufstehen. Auch nach Anwesenheit mehrerer Personen im Raum sollte gelüftet werden, da bereits die Atemluft erhebliche Feuchtigkeitsmengen enthält.

Luftfeuchtigkeit überwachen

Ein Hygrometer gibt kontinuierlich Rückmeldung über die aktuelle relative Feuchte. Werte zwischen 40 und 55 % sind optimal. Bereits ab 60 % beginnt das Kondensationsrisiko an kalten Flächen zu steigen. Digitale Hygrometer mit Speicherfunktion zeigen auch die Entwicklung über mehrere Stunden oder Tage an und helfen dabei, problematische Muster zu erkennen.

Die Anschaffung eines solchen Messgeräts ist eine vergleichsweise geringe Investition, die sich schnell auszahlt. Viele Menschen unterschätzen die tatsächliche Luftfeuchtigkeit in ihren Räumen erheblich und lüften deshalb zu wenig. Mit einem sichtbaren Messgerät wird das abstrakte Problem „Luftfeuchtigkeit“ konkret und handhabbar.

Wärmebrücken identifizieren

Alte Fensterrahmen oder undichte Dichtungen können lokale Kältezonen verursachen. Eine Infrarotkamera oder einfache Thermometerstreifen zeigen, wo Material oder Isolierung verbessert werden müssen. Wie von Gebäudeenergieberatern empfohlen wird, sollte gerade bei wiederholten Kondensationsproblemen eine thermografische Untersuchung durchgeführt werden, um versteckte Schwachstellen zu identifizieren.

Oft sind es nicht die Fenster selbst, sondern die Anschlussfugen zwischen Rahmen und Mauerwerk, die Wärmebrücken bilden. Auch Rollladenkästen ohne Dämmung oder Fensterbänke mit unzureichender Isolierung können Kälte ins Rauminnere leiten. Diese Bereiche kühlen besonders stark ab und werden zu bevorzugten Kondensationspunkten.

Dichtungen pflegen und regelmäßig ersetzen

Silikondichtungen verlieren mit den Jahren Elastizität und Haftung. Neue, schimmelresistente Dichtstoffe enthalten Biozide, die das Wachstum hemmen, ohne gesundheitsschädlich zu sein. Fensterdichtungen sollten mindestens einmal jährlich kontrolliert und bei Rissen oder Verhärtungen erneuert werden. Eine intakte Dichtung verhindert nicht nur Zugluft, sondern auch das Eindringen von Feuchtigkeit in Hohlräume, wo sie verborgen Schäden anrichten kann.

Beim Erneuern von Silikonfugen ist die vollständige Entfernung des alten Materials entscheidend. Wird neues Silikon auf alte Reste aufgetragen, haftet es nicht richtig und bildet Hohlräume, in denen sich Feuchtigkeit sammelt. Die Fuge sollte sauber, trocken und fettfrei sein, bevor das neue Silikon aufgetragen wird.

Möbel und Pflanzen mit Abstand platzieren

Fensterbänke, die dicht mit Blumentöpfen oder Dekoration vollgestellt sind, behindern die Luftströmung entlang der Scheibe. Ein Abstand von 15–20 cm schafft eine kontinuierliche Konvektion, die Kondensatbildung reduziert. Auch größere Möbelstücke wie Schränke oder Sofas sollten mit mindestens fünf Zentimeter Abstand zur Außenwand stehen, damit die Luft dahinter zirkulieren kann.

Pflanzen auf der Fensterbank sind besonders problematisch, wenn sie häufig gegossen werden und die Erde dauerhaft feucht ist. Besser ist es, Pflanzen in Töpfen mit Drainagelöchern und Untersetzern mit Blähton zu halten, damit überschüssiges Wasser abfließen kann und nicht verdunstet. Alternativ können feuchtigkeitsliebende Pflanzen in Räume mit besserer Belüftung verlegt werden, etwa ins Badezimmer mit Fenster.

Die Vorteile einer konsequenten Prävention umfassen:

  • Deutlich geringere Schimmelsporenbelastung in der Raumluft
  • Verlängerung der Lebensdauer von Fensterrahmen und Dichtungen
  • Reduzierte Heizkosten durch effizientere Wärmeverteilung
  • Konstantere Luftfeuchtigkeit und damit höheres Wohlbefinden
  • Weniger Geruchsentwicklung und saubere Glasflächen ohne Rückstände

Wann bauliche oder professionelle Maßnahmen notwendig sind

Wenn trotz korrekter Lüftung und Reinigung der Schimmel immer wiederkehrt, liegt die Ursache häufig in der Baustruktur. Undichte Anschlussfugen zwischen Rahmen und Mauerwerk, mangelhafte Dämmung oder alte Doppelfenster mit eingeschränkter Isolierwirkung können das Temperaturgefälle verstärken. Wie von Sachverständigen für Bauschäden festgestellt wird, sind in solchen Fällen Nutzerverhalten und Lüftung nicht mehr ausreichend – die bauphysikalischen Bedingungen müssen verbessert werden.

Ein Anzeichen für strukturelle Probleme ist eine gleichmäßige Kondensatlinie entlang der unteren Rahmenleiste – unabhängig vom Wetter oder Nutzerverhalten. Hier kann eine Verbesserung der Wärmedämmung oder der Einbau von Fenstern mit wärmetechnisch entkoppelten Rahmenprofilen Abhilfe schaffen. Moderne Fenster verfügen über thermisch getrennte Profile, bei denen Innen- und Außenschale durch Kunststoff- oder Schaumstoffstege verbunden sind, die Wärme schlecht leiten.

Bei Altbauten mit Einfachverglasung oder älteren Kastenfenstern ist der Austausch gegen moderne Wärmeschutzfenster oft die einzige nachhaltige Lösung. Die Investition amortisiert sich durch eingesparte Heizkosten und deutlich verbessertes Raumklima meist innerhalb weniger Jahre. Zudem gibt es in vielen Regionen Förderprogramme für energetische Sanierungen, die einen Teil der Kosten übernehmen.

Bei hartnäckigem Befall größerer Flächen ist eine mikrobiologische Analyse sinnvoll, um den Pilztyp zu bestimmen. Nur so kann die richtige Kombination aus Desinfektionsverfahren und Beschichtung gewählt werden. Fachbetriebe arbeiten häufig mit Wasserstoffperoxid-Nebeln oder Heißdampfverfahren, die tief in Poren eindringen, ohne Materialschäden zu verursachen. Diese professionellen Verfahren erreichen auch versteckte Bereiche hinter Verkleidungen oder in Hohlräumen, die bei normaler Reinigung unzugänglich bleiben.

Ein weiterer Grund für professionelle Hilfe ist ein Befall, der sich trotz aller Maßnahmen innerhalb kurzer Zeit wiederholt. Dies kann auf eine versteckte Feuchtigkeitsquelle hindeuten, etwa eine undichte Stelle in der Fassade, aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Fundament oder eine beschädigte Dampfsperre. Solche Probleme erfordern bauliche Eingriffe, die nur von Fachbetrieben korrekt diagnostiziert und behoben werden können.

Materialabhängige Besonderheiten bei der Reinigung und Pflege

Kunststoffrahmen

Diese Rahmenart ist pflegeleicht, aber anfällig für Schmutzfilme, die Feuchtigkeit halten. Milde Alkoholreiniger oder spezielle Kunststoffpflegemittel verhindern Vergilbung und Schimmelbildung. Lösungsmittelhaltige Produkte sind zu vermeiden. Wie von Herstellern empfohlen wird, sollten PVC-Rahmen zwei- bis dreimal jährlich mit speziellen Pflegemitteln behandelt werden, die die Oberfläche versiegeln und gleichzeitig vor UV-Strahlung schützen.

Kunststoffrahmen haben den Vorteil, dass sie selbst nicht verrotten oder korrodieren können. Allerdings können sich auf der Oberfläche Schmutzpartikel und Fette ablagern, die einen Biofilm bilden, auf dem Schimmel besonders gut haftet. Regelmäßige Reinigung mit neutralen oder leicht alkalischen Mitteln hält die Oberfläche

Wo zeigt sich bei dir zuerst Kondenswasser am Fenster?
Untere Ecken des Rahmens
Mittig an der Scheibe
An den Silikonfugen
Überall gleichmäßig
Gar nicht bei mir

Schreibe einen Kommentar