Diese südmexikanische Stadt kostet im Februar einen Bruchteil europäischer Reiseziele und beschert euch Kultur, Mezcal und Abenteuer ohne Ende

Während in Europa der Februar noch für kalte Temperaturen und graue Tage steht, zeigt sich Oaxaca im Süden Mexikos von seiner schönsten Seite. Die koloniale Stadt im gleichnamigen Bundesstaat empfängt Reisende mit milden 25 Grad, strahlend blauem Himmel und einer kulturellen Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Wer mit Freunden eine authentische und gleichzeitig budgetfreundliche Reise erleben möchte, findet hier das perfekte Ziel für unvergessliche Tage voller Geschmacksexplosionen, präkolumbianischer Geschichte und nächtlicher Abenteuer.

Warum Oaxaca im Februar perfekt für Gruppenreisen ist

Der Februar bietet ideale Bedingungen für einen Besuch in Oaxaca. Die Regenzeit ist längst vorbei, die Straßen sind trocken und die Sonne scheint nahezu jeden Tag. Diese Wetterlage macht Ausflüge zu archäologischen Stätten und Wanderungen in die umliegenden Berge besonders angenehm. Zudem liegt der Februar außerhalb der Hauptreisezeit, was sich positiv auf die Preise auswirkt und bedeutet, dass die Sehenswürdigkeiten nicht überlaufen sind. Für Gruppen von Freunden ist dies ideal: Man kann sich die Kosten teilen, gemeinsam die lebendige Atmosphäre genießen und hat genug Platz, um die Stadt in ihrem authentischen Rhythmus zu erleben.

Die Stadt erkunden: Koloniales Flair trifft indigene Kultur

Das historische Zentrum von Oaxaca ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Die farbenfrohen Fassaden, die begrünten Innenhöfe und die prächtigen Kirchen erzählen Geschichten aus vier Jahrhunderten. Der Zócalo, der zentrale Platz, bildet das pulsierende Herz der Stadt und ist von Arkaden gesäumt, unter denen sich das Leben abspielt. Hier trefft ihr auf Straßenmusiker, fliegende Händler und Einheimische, die ihren Feierabend bei einem Kaffee verbringen.

Besonders beeindruckend ist der Templo de Santo Domingo, dessen vergoldetes Inneres einen in eine andere Zeit versetzt. Der angrenzende ethnobotanische Garten zeigt die bemerkenswerte Pflanzenvielfalt der Region und ist ein Ruhepol mitten in der Stadt. Der Eintritt ist erschwinglich und kostet nur wenige Euro.

Monte Albán: Zeitreise in die zapotekische Vergangenheit

Etwa zehn Kilometer außerhalb der Stadt thront Monte Albán auf einem künstlich abgeflachten Bergrücken. Diese präkolumbianische Stätte war einst das Zentrum der zapotekischen Zivilisation und beherbergte bis zu 25.000 Menschen. Die weitläufige Anlage mit ihren Pyramiden, Plattformen und Ballspielplätzen bietet spektakuläre Ausblicke über das Tal von Oaxaca. Im Februar herrschen hier oben angenehme Temperaturen, und die klare Luft ermöglicht Fernsichten bis zum Horizont.

Die Anreise ist denkbar einfach und günstig: Kollektivtaxis fahren regelmäßig vom Stadtzentrum zur archäologischen Zone und kosten pro Person etwa 2 Euro. Der Eintrittspreis liegt bei circa 4 Euro. Plant mindestens drei Stunden ein, um die Anlage in Ruhe zu erkunden und die Atmosphäre auf euch wirken zu lassen.

Kulinarische Entdeckungen: Oaxaca als Gaumen-Paradies

Oaxaca gilt als kulinarische Hauptstadt Mexikos, und das aus gutem Grund. Die Stadt ist berühmt für ihre sieben Mole-Sorten – komplexe Saucen, die oft über 30 Zutaten enthalten und stundenlang gekocht werden. Doch die wahren Schätze findet man nicht in teuren Restaurants, sondern auf den Märkten und in den kleinen Eckläden.

Der Mercado 20 de Noviembre ist das Epizentrum der lokalen Esskultur. Hier reihen sich Stände aneinander, an denen frisch gegrilltes Fleisch brutzelt, Quesadillas mit Kürbisblüten zubereitet werden und dampfende Töpfe mit Mole köcheln. Eine komplette Mahlzeit kostet zwischen 3 und 5 Euro, und die Portionen sind großzügig bemessen. Teilt euch verschiedene Gerichte in der Gruppe, um möglichst viele Geschmacksrichtungen auszuprobieren.

Mezcal: Das flüssige Gold Oaxacas

Keine Reise nach Oaxaca wäre komplett ohne eine Begegnung mit Mezcal, dem traditionellen Agavenbrand der Region. In der Stadt finden sich zahlreiche kleine Mezcalerias, in denen man verschiedene Sorten probieren kann. Viele Lokale bieten Verkostungen zu fairen Preisen an – oft zahlt man zwischen 5 und 10 Euro für eine Auswahl von vier bis fünf verschiedenen Mezcals. Die Besitzer erklären gerne die Unterschiede zwischen den einzelnen Agavensorten und Herstellungsmethoden. Eine gesellige Aktivität, die perfekt zu einer Reise mit Freunden passt.

Unterkunft: Gemeinsam sparen und Komfort genießen

Oaxaca bietet eine breite Palette an Übernachtungsmöglichkeiten, die sich hervorragend für Gruppen eignen. Besonders empfehlenswert sind Gästehäuser mit mehreren Zimmern um einen Innenhof herum – eine typische Bauweise in der Region. Hier zahlt ihr pro Person oft nur 10 bis 15 Euro pro Nacht und habt gleichzeitig einen gemeinsamen Bereich, in dem ihr euch austauschen könnt.

Wer etwas mehr Privatsphäre möchte, findet auch komplett ausgestattete Apartments, die sich perfekt zum Teilen eignen. Mit einer gemeinsamen Küche könnt ihr auf den Märkten einkaufen und selbst kochen – ein weiterer Weg, um Geld zu sparen und gleichzeitig in die lokale Kultur einzutauchen. Plant etwa 30 bis 50 Euro pro Nacht für eine Wohnung ein, die bequem vier Personen beherbergen kann.

Fortbewegung: Die Stadt und ihre Umgebung erkunden

Das Stadtzentrum von Oaxaca ist kompakt und fußgängerfreundlich. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen im Umkreis von 20 Minuten zu Fuß. Für längere Strecken oder nach einem ausgiebigen Abend stehen günstige Taxis zur Verfügung – eine Fahrt innerhalb der Stadt kostet selten mehr als 3 Euro.

Für Ausflüge in die Umgebung sind Kollektivtaxis die beste Option. Diese Kleinbusse fahren zu festen Routen und sind spottbillig. Eine Fahrt nach Hierve el Agua, einer beeindruckenden Felsformation mit versteinerten Wasserfällen etwa 70 Kilometer östlich der Stadt, kostet pro Person circa 3 Euro. Die Abfahrtspunkte liegen meist an zentralen Plätzen und sind leicht zu finden – fragt einfach Einheimische oder in eurer Unterkunft nach.

Weitere Highlights, die ihr nicht verpassen solltet

Das künstlerische Viertel Jalatlaco hat sich seinen dörflichen Charakter bewahrt, obwohl es nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt liegt. Bunte Wandmalereien zieren die Hauswände, kleine Galerien öffnen ihre Türen, und in den Straßen herrscht eine entspannte Atmosphäre. Perfekt für einen gemütlichen Nachmittagsspaziergang.

Wer sich für Textilien interessiert, sollte das Dorf Teotitlán del Valle besuchen, etwa 30 Kilometer nördlich der Stadt. Hier werden seit Jahrhunderten Teppiche auf traditionellen Webstühlen hergestellt, gefärbt mit natürlichen Farbstoffen wie Cochinilla-Läusen. Die Anfahrt mit dem Kollektivtaxi kostet weniger als 2 Euro, und in den Werkstätten könnt ihr den Handwerkern bei der Arbeit zusehen.

Nachtleben und Geselligkeit

Wenn die Sonne untergeht, verwandelt sich Oaxaca in eine Stadt voller Musik und Leben. Rund um den Zócalo finden sich zahlreiche Bars mit Live-Musik – von traditionellen Son Jarocho-Klängen bis zu zeitgenössischem Jazz. Viele Lokale verlangen keinen Eintritt, und die Getränkepreise sind moderat. Ein lokales Bier kostet etwa 2 Euro, Cocktails bewegen sich im Bereich von 4 bis 6 Euro.

Für einen authentischen Abend solltet ihr eine der vielen Mezcalbars im Viertel um die Alcalá-Straße aufsuchen. Hier sitzt man oft an langen Holztischen, kommt schnell mit anderen Reisenden ins Gespräch und erlebt die entspannte, offene Art der Oaxaqueños.

Praktische Spartipps für die Reisekasse

Bargeld ist in Oaxaca nach wie vor König. Viele kleine Restaurants, Märkte und Transportmittel akzeptieren keine Karten. Hebt am besten größere Beträge ab, um Gebühren zu sparen, und teilt die Kosten in der Gruppe auf. So könnt ihr gemeinsame Ausgaben fair verteilen.

Die Hauptmahlzeit des Tages, das Comida Corrida, wird mittags serviert und ist unschlagbar günstig. Für 4 bis 6 Euro bekommt ihr ein Drei-Gänge-Menü mit Suppe, Hauptgericht, Nachtisch und oft einem Getränk. Diese Set-Menüs findet ihr in einfachen Lokalen abseits der Touristenpfade.

Statt teure Souvenirläden aufzusuchen, besucht die lokalen Märkte wie den Mercado de Artesanías. Hier könnt ihr direkt von den Handwerkern kaufen und dabei oft noch den ein oder anderen Peso herunterhandeln – immer mit einem Lächeln und Respekt versteht sich.

Oaxaca im Februar ist mehr als nur ein Reiseziel – es ist eine Einladung, in eine Welt einzutauchen, in der Tradition und Moderne harmonisch koexistieren, wo jede Straßenecke eine Geschichte erzählt und wo authentische Erlebnisse nicht mit einem hohen Preis verbunden sind. Mit Freunden wird diese Reise zu einem gemeinsamen Abenteuer, das lange in Erinnerung bleiben wird.

Was reizt dich am meisten an Oaxaca im Februar?
Die sieben Mole-Sorten probieren
Monte Albán bei klarer Sicht
Mezcal-Verkostung mit Freunden
Auf Märkten einkaufen und kochen
Nachtleben rund um den Zócalo

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